Privatinsolvenz in Frankreich Der Ablauf

Privatinsolvenz Frankreich: Der Ablauf

Wir wissen, dass Sie viele Fragen an uns haben. Wir wissen aus Erfahrung auch, dass die meisten der gestellten Fragen sich stetig wiederholen. Deshalb bieten wir Ihnen hier kurz eine Auflistung der am häufigsten gestellten Fragen und Antworten zum Insolvenzverfahren in Frankreich:

Welche Kosten kommen auf mich zu?
Wird mir die Restschuldbefreiung auf jeden Fall erteilt?
Erreiche ich die Restschuldbefreiung tatsächlich innerhalb von maximal 18 Monaten?
Kann ich meinen Wohnsitz in Frankreich anmelden und dennoch in Deutschland oder Österreich arbeiten?

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Die wohl wichtigste und auch am schwierigsten zu beantwortende Frage zum Thema Insolvenz in Frankreich ist die der Kosten. Wir möchten deshalb an dieser Stelle den einen oder anderen Punkt klarstellen. Es fallen folgende Kosten an:

Unsere Honorarkosten & Anwaltskosten

Wir erbringen für Sie Leistungen wie betriebswirtschaftliche Analysen, Vorprüfungen, Vorbereitung und weitere anfallende Optionen. Diese Leistungen sind zum Teil abhängig vom Arbeitsaufwand und müssen entsprechend honoriert werden.

Wir arbeiten selbstverständlich, sofern notwendig oder gesetzlich vorgesehen, gemeinsam mit Juristen und Steuerberatern, um die Interessen unserer Mandaten durchzusetzen. Diese berechnen ihre Leistungen auf gesetzlich geregelter Basis.

Im Regelfall gilt auch hier der Grundsatz: Die am Ende anfallende Gebührenrechung ist stark abhängig vom Aufwand. Mandanten, die mit einer Schuldsumme von beispielsweise 250.000 Euro bei 5 Gläubigern abzuwickeln sind, werden im Regelfall entsprechend günstiger berechnet als Mandanten mit einer Schuldsumme von 15.000.000 Euro bei 100 oder mehr Gläubigern.

Die Erfahrung zeigt, dass die anwaltlichen Honorare der französischen Anwälte sich in einem Spektrum zwischen 3.000 und 10.000 Euro bewegen (im Einzelfall sind auch erheblich höhere Honorar-Forderungen möglich), abhängig von der Schuldsumme, der Anzahl der Gläubiger und der mit der Durchführung verbundenen Aufwendungen. Eine genauere Angabe können wir an dieser Stelle nicht machen, da die anwaltlichen Kosten natürlich immer individuell betrachtet werden müssen.

Ihre Planungssicherheit ist für uns ein sehr wichtiger Punkt.

Daher gilt generell folgendes: Sämtliche Beratungsleistungen bis zur Vertragsvereinbarung sind kostenlos und für beide Seiten unverbindlich. Wenn es zu einer vertraglichen Vereinbarung kommt, erhalten Sie einen Fixpreis, der alle Kosten lt. vertraglicher Vereinbarung bis zum Ende des Verfahrens beinhaltet.

Gerichtskosten

Genau wie in Deutschland oder Österreich ist auch die Durchführung eines Insolvenzverfahrens in Frankreich mit entsprechenden Gerichtskosten verbunden.

Kosten zur Schaffung des geforderten Umfeldes

Sie benötigen einen festen Wohnsitz in Frankreich, um überhaupt für ein gerichtliches Insolvenzverfahren in Frage zu kommen. Das bedeutet grundsätzlich: Es fallen zum einen monatliche Mietzahlungen an, zum anderen auch entsprechende Nebenleistungen (Strom, Telefon, etc.).

Letztendlich entscheiden allein Sie über diesen Kostenrahmen, so dass wir an dieser Stelle nur schwer einen Kostenpunkt definieren können. Realistisch gesehen müssen Sie einen monatlichen Betrag von mindestens etwa 500,00 Euro als Fixkosten für einen Zeitraum von etwa 12-18 Monaten kalkulieren.

Wird mir die Restschuldbefreiung auf jeden Fall erteilt?

Nein. Genau wie bei Insolvenzverfahren in Deutschland oder Österreich wird Ihnen niemand eine schriftliche Garantie i.S. Restschuldbefreiung ausstellen. Ziel eines Insolvenzverfahrens in Frankreich wird zwar immer die Restschuldbefreiung sein, aber NUR DAS GERICHT ALLEIN trifft diese alles entscheidende Frage.

Grundsätzlich gilt: Wenn das Gericht feststellt, dass Sie innerhalb eines absehbaren Zeitraumes nicht in der Lage sind, Ihre Verbindlichkeiten zu tilgen, wird man Ihnen die angestrebte Restschuldbefreiung erteilen, sofern Sie die vom Gericht verlangten und auferlegten Bestimmungen eingehalten haben.

Erreiche ich ich die Restschuldbefreiung tatsächlich innerhalb von maximal 18 Monaten?

Nein. Der Zeitraum von 18 Monaten ist nicht als verbindlich, sondern vielmehr als Richtwert anzusehen. In einem Fall kann es schon sehr schnell – vielleicht innerhalb von nur 12 Monaten – zur Restschuldbefreiung kommen, im nächsten Fall kann es etwas länger dauern. Wir sind nicht in der Lage, die Entscheidungen des zuständigen Richters vorauszusehen oder zu beeinflussen.

Kann ich meinen Wohnsitz nach Frankreich verlegen und dennoch in Deutschland oder Österreich arbeiten?

Ja und nein. Dies ist im Einzelfall zu prüfen. Dies hängt a) davon ab, welchen Beruf Sie ausüben und b) wie sich die Zusammenhänge, abhängig von Ihrer individuellen Situation abbilden lassen. Für einen Richter wirkt es nicht glaubwürdig, wenn Sie Ihren Wohnsitz nach Frankreich verlegen und gleichzeitig in einer mehreren hundert Kilometer entfernten Stadt in Deutschland oder Österreich einer örtlich gebundenen Tätigkeit als Arbeitnehmer, Angestellter, Freiberufler oder Unternehmer nachkommen. Anders verhält es sich unter Umständen, wenn Sie z.B. einer reisenden Tätigkeit oder grenznah tätig werden.

Sie sehen – auch hier kommt es im Einzelfall auf die tatsächlichen Gegebenheiten und deren Zusammenhänge an. Nur eine umfassende individuelle Beratung kann wirklich alle diese Fragen klären.


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